Masse

Darstellung der Einheit der Masse

Die Einheit der Masse ist durch die Masse des internationalen Kilogrammprototyps (IKP) definiert. Dieser ist ein Artefakt, welcher als Zylinder mit den Abmessungen 39 mm für Durchmesser und Höhe aus einer Legierung von Platin und Iridium gefertigt ist.
Die Realisierung der Einheit der Masse erfolgt im BEV durch die Kopie Nr. 49 des IKP, dessen Masse regelmäßig durch Vergleiche mit dem IKP oder seinen genauesten Kopien am BIPM, Sèvres, Paris, bestimmt wird.

Vom nationalen Prototyp werden die Bezugsnormale des BEV abgeleitet, d.h. mithilfe von Massenkomparatoren wird die Masseskala von 1 mg bis 500 kg aufgebaut. Unter Verwendung der daran angeschlossenen Arbeitsnormale werden die Gewichtsstücke und Waagen der Eichämter, sowie jene von Kalibrier- und Eichstellen kalibriert.
Die Kalibrierungen werden auf Komparatorwaagen und in zunehmendem Ausmaß unter Verwendung von Masserobotern durchgeführt.

Der nationale Kilogrammprototyp Nr. 49

Labor – Darstellung Masse

Eichung von Gewichtsstücken und Waagen

Gewichtsstücke und Waagen unterliegen in Österreich bei verschiedenen Verwendungszwecken der Eichpflicht. Die erstmalige Eichung eines neuen Messgerätes heißt Ersteichung. Die Eichung eines ungeeichten Messgerätes heißt Neueichung. Die Eichung während der Gültigkeitsdauer der Eichung heißt Nacheichung.

Seit 30. Oktober 2006 wird die Messgeräterichtlinie (MID) in den Mitgliedstaaten der EU angewendet. Diese Richtlinie regelt das erstmalige Inverkehrbringen von eichpflichtigen Messgeräten durch so genannte Konformitätsbewertungsverfahren. Selbsttätige Waagen werden von der MID erfasst, Nichtselbsttätige Waagen von der in Österreich 1994 in Kraft getretenen Umsetzung der Richtlinie über Nichtselbsttätige Waagen. Diese können somit ohne weitere innerstaatliche Zulassung und Ersteichung erstmalig in Verkehr gebracht werden.

Die Feststellung der Konformität ist der Ersteichung gleichwertig.

Für mechanische selbsttätige Waagen sind die Module B+D, B+E, B+F, D1, F1, G oder H1, für elektromechanische Geräte die Module B+D, B+E, B+F, G oder H1 und für elektronische Geräte oder Software enthaltende Geräte B+D, B+F, G oder H1 als Konformitätsbewertungsverfahren vorgesehen.

Für Nichtselbsttätige Waagen sind die Module B+D, B+F oder G möglich, für Nichtselbsttätige Waagen, in denen keine elektronische Einrichtung benutzt wird und deren Auswägeeinrichtung keine Feder zum Ausgleich der aufgebrachten Last verwendet wird, auch die Module D1 oder F1.

Selbsttätige Straßenfahrzeugwaagen fallen nicht unter den Anwendungsbereich einer Richtlinie und unterliegen wie bisher den innerstaatlichen Bestimmungen.
Gewichtsstücke sind bei Einhaltung bestimmter Beschaffenheitsvorschriften allgemein zur Eichung zugelassen.
Die Neu- und Nacheichung von allen Waagen und Gewichtsstücken unterliegt den innerstaatlichen Bestimmungen und wird – mit Ausnahme der selbsttätigen Straßenfahrzeugwaagen – von ermächtigten Eichstellen durchgeführt.
Die Nacheichfrist für Waagen und Gewichtsstücke beträgt im Allgemeinen 2 Jahre.

Siehe auch Messgeräterichtlinie Anhang VIII (MI-006)

Siehe auch Richtlinie 2014/31/EU für Nichtselbsttätige Waagen

Gravitationszonen in Österreich

gemäß Kundmachung im Amtsblatt für das Eichwesen Nr. 5/1996

Nichtselbstständige Waagen der Genauigkeitsklasse III

Für die Aufstellung von Handelswaagen wurde Österreich in Gravitationszonen eingeteilt. Bei Justierung auf dem der Zone zugeordneten Gravitationswert kann die Waage an jedem Ort innerhalb der Zone aufgestellt werden. Dabei gilt für Waagen der Genauigkeitsklasse III (n : Anzahl der Teilungswerte) mit:

n = 1000 keine Angabe des Aufstellungsortes erforderlich
1000 < n = 3000 Zone „Österreich” oder „A” mit g = 9,8065 m/s²
3000 < n = 5000 Zone „B,NÖ,OÖ,W” mit g = 9,8073 m/s²
Zone „K,S,ST” mit g = 9,8065 m/s²
Zone „T,V” mit g = 9,8051 m/s²
n > 5000 Angabe und Berücksichtigung des Aufstellungsortes

Nichtselbsttätige Waagen der Genauigkeitsklasse IIII und Grobwaagen benötigen generell keine Angabe des Aufstellungsortes.

Nichtselbstständige Waagen der Genauigkeitsklassen I und II

Für Waagen der Genauigkeitsklassen I und II ist jedenfalls die genaue Angabe des Aufstellungsortes erforderlich. (Tabelle Gravitationswerte für Österreich)

Alternativ wurde eine europaweit anerkannte Vorgehensweise zur Berücksichtigung der Gravitation in WELMEC 2 „Directive 2009/23/EC: Common Application“, 3.3.2 The new gravity concept publiziert. Informationen über Gravitationszonen anderer europäischer Länder können hier nachgelesen werden.

Liste der Gravitationswerte für Österreich